BLENDER – KRpano Workflow Tutorial

blender krpano tutorial
blender krpano tutorial

In diesem Tutorial zeige ich Dir, wie Du in Blender 360° Panoramen nachbauen kannst und wie Du das 3D-Modell als STL Datei exportieren musst, um es in Krpano zu verwenden.

Wie genau Blender bedient wird, kann ich an dieser Stelle jedoch nicht ausführlich erklären. Das würde den Rahmen sprengen! Vielmehr erkläre ich in diesem Tutorial meinen Workflow und worauf zu achten ist, damit das Modell auch in KRpano genutzt werden kann.

Damit Du alle Schritte gut nachvollziehen kannst, habe ich zu jedem Kapitel ein Video eingefügt, in dem Du Dir alles noch mal in Ruhe ansehen kannst.

Alles was Du dafür benötigst ist Blender und KRpano ab Version 1.20.

Sämtliche BLEND-Dateien und das Panorama, das ich in diesem Tutorial verwende, kannst Du dir kostenlos runter laden!


Übersicht



Vorbereitung


Zu Beginn habe ich ein kleines CameraRig, bestehend aus sechs Kameras, erstellt. Das Panorama habe ich mit den KrpanoTools in Würfelflächen konvertiert. Diese habe ich dann als Hintergrundbilder in das CameraRig geladen, damit sie als Referenz zum Modelieren genutzt werden können.

Da es oft nötig ist, durch mehr als eine Kamera zu schauen, habe ich dafür einen eigenen „Workspace“eingerichtet.


CameraRig



Das CameraRig besteht aus sechs einzelnen Kameras, die alle an ein Empty geparentet sind. Vier der Kameras zeigen jeweils um 90° versetzt in alle Himmelsrichtungen, eine nach oben zum Zenit und eine nach unten zum Nadir.

Jede Kamera hat einen Blickwinkel von 90° (Field of View).

Die Bildgröße muss ein quadratisches Seitenverhältnis haben.

Damit es übersichtlich bleibt, habe ich die Kameras anhand ihrer Ausrichtung benannt.

  • Cam_B (Back)
  • Cam_D (Down)
  • Cam_F (Front)
  • Cam_L (Left)
  • Cam_R (Right)
  • Cam_U (Up)

Zu jeder Kamera habe ich dann das entsprechende Hintergrundbild geladen.

Ein Klick auf den Button „Front“ sorgt dafür, dass das Hintergrundbild später nicht durch das Modell versteckt wird.


Workspace



Um durch alle sechs Kameras gleichzeitig zu gucken, muss die Programmoberfläche von BLENDER etwas hergerichtet werden. Dazu ist es sinnvoll, einen eigenen „Workspace“ einzurichten.

Ich habe dafür einfach den vorhandenen „Layout-Workspace“ dupliziert..

…und dann die Fenster so aufgeteilt, dass ein etwas größeres zum Modellieren bleibt. In sechs kleineren Fenstern sollen dann die Kameras mit den Hintergrundbildern zu sehen sein.

Damit in jedem Fenster auch eine andere Kamera angezeigt wird, müssen diese jedoch erst noch zugewiesen werden.

Dazu wird im „Properties Shelf“ (Taste N) unter „View“ ein Häkchen bei „Use Local Camera“ gemacht – und dann die jewelige Kamera ausgewählt.

Der Workspace ist fertig eingerichtet!


Modelieren/Vorbereitung



Um das Modellieren etwas zu vereinfachen, habe ich das CameraRig nochmal neu ausgerichtet.

Wichtig: Diese Schritte vereinfachen zwar das Modelieren, müssen aber vor dem Exportieren wieder rückgängig gemacht werden! Wie das geht erkläre ich etwas weiter unten.

Zuerst habe ich das CameraRig auf die Höhe der Aufnahmeposition verschoben.

Im Beispielpanorama sind das ungefähr 1,65Meter.

Anschließend habe ich das Rig um die Z-Achse rotiert, damit die Wände parrallel zur X- und Y-Achse verlaufen.

Das geht am besten mit einem „Grid“ in der Wireframe-Ansicht als Referenz.


Modelieren/BaseModel



Wie gesagt, werde ich an dieser Stelle nicht genau erklären wie in Blender 3D-Modelle gebaut werden. Sehr gute Anleitungen dazu gibt es sehr viele im Internet!

Ich habe zuerst ein einfaches „BaseModel“ erstellt und das dann mit weiteren Details versehen.

Hier noch ein paar Tipps:

  • Beginne mit einer einfachen „Plane“ und modelliere zuerst die Grundfläche.
  • Versuche so wenig Vertices wie möglich zu verwenden, damit die Datei nicht zu groß wird.
  • Wichtig: Schalte in den „Viewport-Overlays“ die Face-Orientation ein. So werden die Vorder- und Rückseiten der Flächen in blau und rot dargestellt. Nur die blauen Flächen werden später in KRpano sichtbar sein!

So sieht das fertige „BaseModel“ aus.


Exportieren



Vorbereitungen

Damit das 3D-Modell in KRpano genutz werden kann, müssen folgende Dinge beachtet werden:

  • Der Objektmittelpunkt (Origin) des 3D-Modells muss am Kamerastandort liegen!
  • Der Kamerastandort muss im Weltmittelpunkt liegen!
  • Das 3D-Modell darf nicht rotiert oder skaliert sein!
  • Das 3D-Modell sollte nur aus Dreiecksflächen bestehen!

Der Reihe nach:

Zuerst habe ich den Objektmittelpunk (Origin) des Modells zum jetzigen Kamerastandpunkt gesetzt (Erst den 3d-Cursor zum CameraRig und dann „Set Origin to Cursor).

Dann wurde das Modell und das CameraRig in den Weltmittelpunkt (0/0/0) verschoben (Objekte makieren und dann ALT+G).

Anschließend habe ich die Rotation des CameraRigs rückgängig gemacht und stattdessen das 3D-Modell in die entgegengesetzte Richtung rotiert:

Beispiel: Wenn das CameraRig um 5° um die Z-Achse rotiert ist muss das 3D-Modell um -5° um die Z-Achse rotiert werden!

Wenn die Rotation richtig verlaufen ist, stimmen die Hintergrundbilder jetzt wieder mit dem 3D-Modell überein!

Daraufhin muss die Rotation des 3D-Modells noch angewandt werden (Objekt/Apply/Rotation&Scale).

Als letzten Schritt habe ich dem 3D-Modell noch einen „Triangulate-Modifier“ zugefügt, um sicher zu gehen, dass das Modell nur aus Dreiecken besteht.

Nun kann das 3D-Modell als STL-File exportiert werden!


Exporteinstellungen


Folgende Einstellungen sind nötig, damit das Modell in KRpano auch funktioniert:

  • Ein Häkchen bei „Ascii„, da KRpano nur ASCII-STL Dateien unterstützt.
  • Selection Only“ sorgt dafür, dass NUR das Modell exportiert wird.
  • Apply Modifiers„, damit der Triangulate-Modifier angewandt wird und das Modell nur aus Dreiecken besteht.

Einbinden in KRpano


Wie die Stl-Datei in KRpano eingebunden wird, kannst Du in diesem Screenshot sehen.

Ich habe die Stl-Datei in den Ordner mit den Pano-Tiles gelegt.

Um Dich im Panorama zu bewegen, musst Du auch noch die „depthmap_navigation.xml“ Datei einbinden. Diese liegt ab der KRpano Version 1.20 im Plugin-Ordner bei.


Ergebnis


Hier das Ergebnis, nachdem ich zum „BaseModel“ noch einige Details hinzugefügt habe.

Das fertige „BaseModelDetails“


Fazit


Mit Blender ist es sehr gut machbar, STL Modelle für KRpano Depthmap Panoramen zu erstellen!

Für erfahrene Nutzer des Programms sogar deutlich einfacher, als mit everpano, da mehr Werkzeuge und Operationen zur Verfüging stehen. So kann in Blender nicht nur schneller, sondern vor allem auch genauer und detailreicher modeliert werden.

Einige Nachteile gegenüner everpano hat Blender aber:

Ohne Grundkenntnisse ist die Bedienung von Blender kaum möglich. Diese müssen also erst angeeignet werden. Dank der starken Blender-Community, gibt es aber sehr viele gute Tutorials dazu!

Mit everpano ist es möglich, automatisch ganze Panorama-Touren zu erstellen.

Das geht in Blender nicht so einfach. Zwar können auch hier mehrere Panoramen in einem 3D-Modell plaziert werden, jedoch muss man diese dann manuell verlinken. (Die Panorama -Tour „Herne Wanne Tunnel“ habe ich auf diese Weise erstellt)

+

  • Kostenlos / OpenSource
  • Viele Werkzeuge / Operationen
  • Präzieses Arbeiten möglich
  • Detaliertes Modellieren möglich

  • Grundkenntnisse nötig
  • komplizierter Workflow
  • keine automatische Verlinkung mehrerer Panoramen

Downloads


Das Panorama als auch sämtliche BLEND.dateien und die STL-Modelle kannst Du Dir kostenlos downloaden.

Für 1,50€ oder mehr kannst Du auch alle Dateien + die TutorialVideos (1920X1080) als Bundle downloaden.


Ich hoffe, ich konnte einigermaßen verständlich schildern, wie mit Blender STL-Modelle für KRpano-Depthmap-Panoramen erstellt werden können. Wenn etwas unverständlich ist, frag ruhig nach!

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